STUDENTEN HELFEN EXISTENZGRÜNDERN

Puzzelnde Hände

Die Idee kam aus Frankreich, wurde rasch von deutschen Unis übernommen und animierte 1999 die Studentenschaft in Mainz dazu, sich ihr anzuschließen. Prof. Dr. Louis Velthuis, Kurator von »berater e.V.«, sagt dazu: »Über eine Dekade ist es dem Verein nun gelungen, Kunden verschiedener Branchen mit fundiertem und zugleich preiswertem Rat zu helfen.« Der Verein, das ist die »Studentische Unternehmensberatung der Gutenberg- Universität«, die Idee dahinter interessant.

Studenten der verschiedensten Fachschaften tun sich zusammen, stellen ihr Wissen zur Verfügung und beraten kleine und mittelständische Unternehmen: Firmen, Einzelbetriebe, aber auch Praxen, Pflegedienste oder Vereine. Sie erstellen individuelle Konzepte zur Optimierung von Geschäftsprozessen, zu Marktanalysen, Marketing oder Vertrieb, sie unterstützen Existenzgründer und bieten Hilfe in Sachen Internet und PC. Auf Wunsch begleiten sie die Kunden bei der Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Strategien. Derzeit sind rund 90 junge Leute aktiv.

Benedikt Schnellbächer (24), Philipp Jochimsen (23) und Christina Strobel (21), Studierende in BWL, Volks- und Wirtschaftswissenschaft, erklären das Procedere solcher »Projekte«, wie der Verein es nennt: Der Kunde erklärt in einem Erstgespräch seinen Bedarf. Stimmt die Chemie -»und die muss stimmen, wenn wir seriös arbeiten wollen«, sagt Benedikt Schnellbächer - und sind die adäquaten Ansprechpartner gefunden, wird für die Dauer der Beratung als rechtliche Absicherung eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Ist das Werk vollbracht, wird die GbR aufgelöst.

Der Vorteil für alle Ratsuchende: Sie werden unabhängig und kostengünstig bedient. Der Vorteil für Studenten: Sie wenden erlernte Theorien in der Praxis an, haben durch die Kommilitonen Einblick in weitere Wissensgebiete; sie üben, Probleme aus den verschiedensten Blickwinkeln zu analysieren: »Weg vom Verkopften, eine Ahnung vom richtigen Leben bekommen heißt das«, schmunzeln die Drei. 2010 wurde ein gutes Dutzend solcher Projekte gestemmt. Unter anderem nahmen die Studenten die Sitzungsbesucher und das Programm einer großen Mainzer Fastnachtsgesellschaft unter die Lupe.

Kontakt zu Profis

Die Berater lassen sich selbst fachgerecht beraten: Sie halten Kontakt zu Profis wie der IHK, sind als aktive Netzwerker bei Messen wie der Ignition. Als Verein dürfen sie keine Rechnung stellen, bitten jedoch um Spenden und akquirieren Sponsoren, denn das ehrenamtliche Engagement der jungen Leute wird funktionell gefördert durch Seminare. Die Fluktuation im Verein ist naturgemäß groß, »aber das schützt vor Verkrustungen «, sagt Philipp Jochimsen. Wie Schnellbächer ist er seit einigen Jahren dabei. Christina Strobel ist »noch neu, und ich finde die Idee einfach gut, die Arbeit macht richtig Spaß, es ist eine tolle Erweiterung des Horizontes.«



Kontakt
berater e.V.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Jakob-Welder-Weg 4, Raum 00-159
55128 Mainz
c/o Benedikt Schnellbächer
Tel. 06131 - 392 08 78
www.berater-mainz.de